Der parallel dazu stattfindende Rehauer Frühlingsmarkt am Maxplatz bietet die perfekte Ergänzung zu einem Sonntagsausflug in die Rehauer Innenstadt. Schauen Sie doch auch mal im Museum vorbei, denn der Eintritt ist an diesem Tag frei!
Die vierteilige Buchserie „Zwischen Hüben und Drüben“ begann mit dem Ascher und dem Egerer Land und ihren Bismarcktürmen, die in der k. k. Monarchie eine absolute Rarität waren. Der Turm auf dem Hainberg ist auch von Oberfranken aus gut zu sehen, nur jenen auf dem Grünberg verdeckten Bäume. Alles, was Band III (mit dem 2024 die Serie aus Vertriebsgründen startete) beschreibt, ist von Rehau aus mit PKW, Bahn, Fahrrad oder zu Fuß gut erreichbar. Das Drei-Länder-Eck bei Prex wird auch in den Bänden I und II unter anderen Aspekten erneut behandelt. Das „Egerer Land“ rund um die Stadt Eger ist der historische Kern des weitaus größeren Egerlandes und das „Ascher Land“ war wegen seiner evangelischen Konfession sehr eng mit den Nachbarn im Vogtland und Oberfranken verbunden.
Die historischen Streifzüge durchs Grenzland rund um Asch und Eger werden auch zum Vortrag in Rehau angeboten und sind im Buchhandel oder beim Herausgeber zu bekommen. Übrigens arbeitet der Autor ohne Honorar und ohne jegliche Aufwandsentschädigung. Der gemeinnützige Heimatverein Markneukirchen e. V. wird hoffentlich die nicht unerheblichen Druckkosten durch den Verkauf wieder einspielen. Die Bände I und II, die derzeit vorbereitet werden, haben die Entstehung und den Wandel von Böhmens Außengrenzen möglichst vollständig, auf ganzer Länge und über alle Jahrhunderte hinweg zum Inhalt. Der Vortrag in Rehau soll einen gekürzten Einblick über die Entwicklung der bayerisch-böhmischen Landesgrenze geben, den man dann später ausführlicher nachlesen kann. In Band IV folgen historische Streifzüge durchs Grenzland von der Saale bis zur Glatzer Neiße in Schlesien.
Als in Rehau ein Film über das Ascher Land gezeigt wurde, da platzte der Saal vor dem ungeahnten Besucherandrang aus allen Nähten. Dieses große Interesse an Rehaus Nachbarregion hinter der Landesgrenze soll auch mit der Buchreihe „Zwischen Hüben und Drüben“ befriedigt werden. Leider hat sich der Ascher Heimatverband zum letzten Jahreswechsel aufgelöst. Aber Rehaus Ascher Heimatstube und die Roßbacher Weberstube halten die Erinnerung wach bzw. frischen sie immer wieder auf. Wer jünger als 80 Jahre alt ist, hat zwar zumeist keine persönlichen Erinnerungen, kennt aber so manche Geschichte seiner Vorfahren. Nicht jeder, der heute „rüber“ fährt, denkt nur an preiswerte Gaststätten und Tankstellen.
Auch junge Tschechen befassen sich zunehmend mit der deutschen Vergangenheit ihrer Heimat, wo Menschen entwurzelt wurden und neue dabei sind, erst richtig Wurzel zu schlagen, weil für sie Spuren deutscher Vergangenheit keine „Gefahr“ mehr darstellen. Noch nicht überall sind die Wunden, die vor, im und nach dem Zweiten Weltkrieg geschlagen wurden, verheilt. Narben werden bleiben, sollen aber in Gegenwart und Zukunft einer guten Nachbarschaft nicht im Wege stehen.
Durch Kriege wurden Grenzen verschoben und es entstanden neue Staaten. Überall dort, wo einst beiderseits der Grenze Deutsch als Muttersprache gesprochen wurde, waren die Kontakte enger, als dort, wo verschiedene Sprachen aufeinander trafen. Aber bis 1946, als der deutsche Sprachraum auf die Gebiete der heutigen Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich (sowie Teile der Schweiz) reduziert wurde, war es oft die Konfession, die aus Nachbarn Fremde machte. Nicht so in Asch, wo oberfränkische Dörfer in die 1960 abgebrannte Dreifaltigkeitskirche eingepfarrt waren, während man aus Grün bis 1851 nach (Bad) Elster in die Kirche ging.
Der „Eiserne Vorhang“ wird im Abschnitt von der Werra in Thüringen bis zur Donau in der Slowakei genauso thematisiert, wie der Tourismus und die politische Entwicklung in Böhmen. Auch historische Wappengrenzsteine, die es seit 1513 am Rennsteig, seit 1544 im Vogtland (also seit einem halben Jahrtausend) und seit dem 18. Jh. dutzendfach zwischen Bayern und Böhmen gibt, und ihr kultureller Wert als geschützte Flurdenkmale kommen nicht zu kurz.
Im 19. und 20. Jh. prägten Zollämter an Straßen und Grenzbahnhöfen das Bild. Band II wird sich zur Hälfte mit dem Eisenbahngrenzverkehr von und nach Böhmen sowie zwischen DDR und BRD befassen und dürfte besonders bei Eisenbahnfreunden gut ankommen. In Band III erfolgte eine ausführliche Vorstellung des Grenzübergangs Selb – Asch in Wildenau. In Band II wird u. a. der GÜ im Rehauer Ortsteil Neuhausen breiten Raum einnehmen.
„Zwischen Hüben und Drüben“ erzählt also nicht nur von jenen vier Jahrhunderten „als Böhmen noch bei Österreich war“, sondern auch von der Zeit davor und danach.
Werner Pöllmann
Unterstützt wird die Veranstaltung durch die Rehauer Buchhandlung seitenWeise.