Bewerbung zum EUROPAN 19 Wettbewerb zur Umgestaltung der Goethestraße

Der Verein EUROPAN Deutschland e.V. veranstaltet inzwischen den 19. Wettbewerb für junge Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner sowie interdisziplinäre Teams unter 40 Jahren. Ziel von EUROPAN ist es, innovative Antworten auf aktuelle Fragen der Stadt- und Raumentwicklung zu finden und dabei den Dialog zwischen jungen Planenden und europäischen Städten zu fördern. Die teilnehmenden Kommunen stellen reale Standorte zur Verfügung, die häufig vor komplexen Herausforderungen stehen - etwa Strukturwandel, Wohnraummangel, Klimaanpassung oder die Transformation bestehender Stadtquartiere.

Warum die Umgestaltung erforderlich ist

Durch die Bebauung der Rudolf-Breitscheid-Straße mit markanten Gebäuden wurde die Straßenflucht der Goethestraße bereits vor langer Zeit vorgegeben. Am östlichen Ende entstanden mit den Gebäuden Goethestraße 25 und 27 vergleichbare Bauten. In den Bereichen dazwischen entwickelten sich die Gebäude durch verschiedene Nutzungen ohne übergeordnetes städtebauliches Konzept. Der Straßenraum wurde demzufolge durch funktionale Bauten, wie beispielsweise dem Feuerwehrgerätehaus, den Busgaragen, Tankstellen oder Lebensmitteldiscounter, ergänzt. Umgesetzt wurde jeweils nur das baulich Notwendige, ohne eine klare städtebauliche Linie zu verfolgen.

In den letzten Jahren erwarb die Stadt Rehau bereits gezielt Grundstücke und Gebäude, beispielsweise das Schülerwohnheim, die KiTa REH-Kids. Für das ehemalige BayWa-Lagerhaus bemühte sich die Stadt Rehau für die Nachfolgebebauung, für den Neubau des Netto-Marktes, um diese geordnet zu positionieren und den Straßenraum klar zu definieren.

Im Laufe der Jahre verschlechterte sich der technische Zustand der Goethestraße jedoch zunehmend, zugleich gewann die Diskussion um die erforderlichen Straßenbreiten und Verkehrsflächen an Bedeutung. Um die Möglichkeit auf Fördermittel zu eröffnen, soll die Goethestraße samt Umfeld nun einer ganzheitlichen Betrachtung im Rahmen des städtebaulichen EUROPAN E19 Wettbewerbs unterzogen werden.

Goethestraße als geeignetes Thema für EUROPAN-Wettbewerb

Die Goethestraße passt nach Ansicht der Verantwortlichen der Stadt Rehau, Vertretern der Regierung von Oberfranken sowie dem Vorstandsmitglied von EUROPAN, Herrn Resch, sehr gut in die Aufgabenstellung des Wettbewerbs. Konkret werden die Teilnehmer des EUROPAN-Wettbewerbs nun dazu aufgefordert, ein integriertes, nachhaltiges und zukunftsorientiertes städtebauliches Konzept für die Goethestraße zu entwickeln, in welchem folgende Fragestellungen bearbeitet werden:

Wie kann die Goethestraße zu einem qualitätsvollen urbanen Raum mit Grün, Aufenthaltsqualität, Fuß- und Radverkehr umgestaltet werden?

Welche Rolle soll die Goethestraße künftig im innerstädtischen Verkehrsnetz spielen?

Welche Potenziale bieten die Flächen bzw. Bestandsgebäude?

Wie kann die Schwesnitz als innerstädtisches Gewässer dort in den öffentlichen Raum integriert werden?

Wie lassen sich neue Wegbeziehungen schaffen, die Mitarbeiter der umliegenden Industrie, insbesondere der REHAU-Gruppe, in ihrer Mittagspause oder nach der Arbeit in die Innenstadt führen und diese stärken?

Die Kosten für die Teilnahme am EUROPAN 19 Wettbewerb

Die vollständige Durchführung des Architektenwettbewerbs mit vorheriger Geländeaufnahme, Erstellung und Beschaffung notwendiger Pläne und Genehmigungen sowie die begleitende Öffentlichkeitsarbeit mit Infotafeln, Bürgerbeteiligungen und Pressearbeit ziehen voraussichtlich Gesamtkosten von rund 200.000 Euro nach sich. Für diese Maßnahme werden Fördermittel aus dem Städtebauförderungsprogramm in Höhe von 60% in Aussicht gestellt. Unter Berücksichtigung der Themen Klimaschutz, Klimaanpassung und Schwammstadt Erhöht sich Zuschuss auf 80%. Bei dieser angenommenen Höchstförderquote verbleibt ein Eigenanteil von lediglich 40.000 € bei der Stadt Rehau.

Die weiteren Schritte

Die Bewerbung für EUROPAN E19 wird seitens der Stadt Rehau voraussichtlich im
Juni 2026 eingereicht. EUROPAN startet den Wettbewerb im Frühjahr 2027. Mit der Abgabe der Wettbewerbsarbeiten der Planer ist Mitte des Jahres 2027 zu rechnen, bevor die Ergebnisse dann voraussichtlich im November 2027 international bekannt gegeben werden.

1. Bürgermeister Abraham erwartet sich von den Ergebnissen vielfältige Lösungsansätze, welche in der weiteren Entwicklung und Planung des Straßenraums Niederschlag finden können.