
Es war Dr. Hans Vogt, der mit seiner Erfindung des Lichttonverfahrens eine weitere „Wurlitzer“ Erfindung aus den Kinos verdrängte: die Kino-Orgel. In der Folge wurde dann die Erfolgsgeschichte der Wurlitzer Jukebox geschrieben.
Mitte des 19. Jahrhunderts wanderte die ursprünglich aus Wurlitz stammende Familie Wurlitzer nach Amerika aus. Dort gründete der deutsche Auswanderer Rudolph Wurlitzer sein erstes Geschäft für Musikinstrumente, die er überwiegend aus Deutschland bezog. In den folgenden Jahren vergrößerte sich das Unternehmen: Wurlitzer vertrieb beispielsweise mechanische Musikinstrumente der Regina Company und ergänzte sie durch einen Münzeinwurf. 1909 übernahm Farny Wurlitzer, der dritte Sohn von Rudolph Wurlitzer, die Orgelfabrik von Eugen DeKleist in North Tonawada.
In den goldenen Jahren des Stummfilms produzierte Wurlitzer prachtvolle Kino-Orgeln wie die „Mighty Wurlitzer“. Diese Instrumente lösten zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Klavierspieler in den Kinos ab. Mit dem Siegeszug des Tonfilms wurden auch sie überflüssig. Die Firma Wurlitzer stand kurz vor dem Aus. Die rettende Idee kam Anfang der 30er Jahre mit dem Einstieg in die Produktion von Musikboxen. Berühmt wurde Wurlitzer mit dem Modell "P 10-Simplex" von 1934. Das Gehäuse der Musikbox war noch ganz in der Tradition des schlichten Orchestrationsbaus aus Holz; gewählt werden konnte aus 12 Titeln mittels einer Telefonwählscheibe. Schnell stieg Wurlitzer zum größten Hersteller von Musikboxen auf.
Diese und weitere Technikgeschichten erzählt dieser Bereich des Museums.