Hans-Vogt-Filmpreis zum 15. Mal verliehen

Auf dem Bild sind von links nach rechts auf der Bühne des Festsaals der Freiheitshalle Hof zu sehen: Thorsten Schaumann von den Hofer Filmtagen, Erster Bürgermeister Michael Abraham, der diesjährige Hans-Vogt-Filmpreisträger Christian Friedel sowie Michael Maurer, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hochfranken.
Auf dem Bild sind von links nach rechts auf der Bühne des Festsaals der Freiheitshalle Hof zu sehen: Thorsten Schaumann von den Hofer Filmtagen, Erster Bürgermeister Michael Abraham, der diesjährige Hans-Vogt-Filmpreisträger Christian Friedel sowie Michael Maurer, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hochfranken.

Der Hans-Vogt-Filmpreis der Stadt Rehau und der Sparkasse Hochfranken wurde am Mittwoch zum 15. Mal verliehen. Christian Friedel, derzeit einer der interessantesten und gefragtesten Darsteller sowie erfolgreicher Regisseur und Musiker, wurde in diesem Jahr mit dem Preis ausgezeichnet.

Mit dem Hans-Vogt-Filmpreis der Stadt Rehau soll an die Pionierleistung des im Rehauer Ortsteil Wurlitz geborenen und aufgewachsenen Ingenieurs erinnert werden. Er war entscheidend an der Erfindung des Tonfilms beteiligt und prägte eine neue Ära in der Geschichte des Kinos. Seit 2012 wird der mit 5.000 € dotierte Preis an Filmschaffende, die innovativ und sorgfältig um den Ausdruck und die Qualität ihres Filmtones besorgt sind, verliehen.

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Rehau

Am Donnerstag nach der Preisverleihung am Abend der Unternehmerinitiative Hochfranken, wird dem Preisträger außerdem die Ehre zu Teil, sich in das Goldene Buch der Stadt Rehau einzutragen. Dazu lud 1. Bürgermeister der Stadt Rehau, Michael Abraham, ihn am Folgetag nach Rehau ein, um sich die ehemalige Wirkungsstätte von Hans Vogt, die Mechanische Werkstatt im Angergässchen vor Ort anzusehen. Friedel freute sich auf die Verewigung mit einer persönlichen Widmung und bedankte sich nochmals für den Erhalt des Preises.

Christian Friedel - international im Film und auf der Bühne präsent

Auf dem schwarz-weiß Foto ist der Preisträger Christian Friedel zu sehen.
© Norman Wong

Christian Friedel, einer der vielseitigsten Künstlerpersönlichkeiten seiner Generation, überzeugte im Kino unter anderem mit „THE ZONE OF INTEREST“, „ELSER“ und „DAS WEISSE BAND“. Serienfans ist er zudem aus den Erfolgsserien „Babylon Berlin“, für die er unter anderem auch Filmmusik beisteuerte, und „The White Lotus“ bekannt.

Eng ist er zudem mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus verbunden: Dort verkörperte er unter anderem Dorian in der Inszenierung von Bob Wilson (ab 21/22) sowie Hamlet in der Inszenierung von Roger Vontobel (seit 2019). In Wilsons Inszenierung des düsteren Schauermärchens „Der Sandmann“ nach E.T.A. Hoffmann stand er ab 2017 als Nataniel auf der Bühne.

Neben seiner Arbeit vor der Kamera steht Friedel regelmäßig auf renommierten Bühnen in Deutschland und ist auch als Theaterregisseur tätig. Als Musiker ist er Frontmann der Band „Woods of Birnam“, die ihn auch bei ausgewählten Theaterinszenierungen begleitet.

Zu seinen angekündigten Kinoprojekten zählen „ATHOS 2643“ und „THE IDIOTS“.

Frühere Preisträger:
2012   Antje Starost und Hans Helmut Grotjahn
2013   Edgar Reitz
2014   Wim Wenders
2015   Michael Verhoeven
2016   Doris Dörrie
2017   Dominik Graf
2018   Veit Helmer
2019   Caroline Link
2020   Emily Atef
2021   Asteris Kutulas
2022 Chris Kraus
2023 Günter Schwaiger
2024 Annette Focks
2025 Robert Gwisdek

Hintergrundwissen Dr. h.c. Hans Vogt

Auf dem Bild ist Erster Bürgermeister Michael Abraham auf der Bühne der Freiheitshalle zu sehen, wie er ein Palakt hochhält und zum Publikum spricht. an der Seite wartet Thorsten Schaumann von den Hofer Filmtagen. Im Hintergrund ist eine Leinwand zu sehen, mit einer Grafik auf der "Hans-Vogt-Filmpreis" steht.

Vogt wurde 1890 in Wurlitz, Ortsteil der Stadt Rehau, als Sohn des Dorfschmieds geboren. Als Funker bei der Marine im Ersten Weltkrieg lernte er das technische Know-how und begeisterte sich zunehmend für das Kino. Mit 19 Jahren erhielt er bereits sein erstes Patent. Er befasste sich dann mit der Entwicklung von Funkpeil- und Erdtelegraphiegeräten, sowie mit Messapparaten.

In Berlin arbeitete er als Techniker und skizzierte in seinem Tagebuch Verstärkerröhren, die den Tonfilm realisierbar machten. Für seine Idee, die Kinobilder zum Sprechen zu bringen, brauchte Vogt Hilfe und er gründete mit den beiden Technikern Joseph Massolle und Jo Engl die Firma Tri-Ergon. Sie schafften es im September 1922, Schallwellen als Lichttonspur auf das Filmband aus Zelluloid zu bannen. Die drei drehten den ersten Tonfilm „Das Leben auf dem Dorfe“ selbst; am 11. Januar 1924 wurde er in Berlin uraufgeführt. Der zweistündige Film machte im Blätterwald zwar Furore, doch die Industrie interessierte sich nicht für das teure Verfahren und scheute sich vor den Problemen mit Sprachversionen am Weltmarkt. Vogt, Massolle und Engl mussten wegen finanzieller Schwierigkeiten die Patente in die Schweiz verkaufen. Von dort gelangten sie nach Amerika, wo William Fox für seine gleichnamige Firma die Rechte erwarb. Der Siegeszug des Tonfilms begann!

Dr. Hans Vogt verdrängte mit dem Lichttonverfahren eine weitere „Wurlitzer“ Erfindung aus den Kinos, die Kinoorgel. Mitte des 19. Jahrhunderts wanderte die ursprünglich aus Wurlitz stammende Familie Wurlitzer nach Amerika aus. Dort gründete der deutsche Auswanderer Rudolph Wurlitzer sein erstes Geschäft für Musikinstrumente, die er überwiegend aus Deutschland bezog. In den folgenden Jahren vergrößerte sich das Unternehmen: Wurlitzer vertrieb beispielsweise mechanische Musikinstrumente der Regina Company und ergänzte sie durch einen Münzeinwurf. 1909 übernahm Farny Wurlitzer, der dritte Sohn von Rudolph, die Orgelfabrik von Eugen DeKleist in North Tonawada. Berühmt wurde Wurlitzer mit dem Modell "P 10-Simplex". Das Gehäuse der Musikbox war noch ganz in der Tradition des schlichten Orchestrationsbaus aus Holz; gewählt werden konnte aus 12 Titeln mittels einer Telefonwählscheibe. Schnell stieg Wurlitzer zum größten Hersteller von Musikboxen auf. Die Kinoorgel der Familie Wurlitzer löste zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Klavierspieler in den Kinos ab. Mit dem Siegeszug des Tonfilms wurde auch sie überflüssig.