Anfang August stand im Regenüberlaufbecken in der Bahnhofstraße in Rehau turnusgemäß eine wichtige Wartungsmaßnahme an. Die beiden dort installierten Pumpen, die alle fünf Jahre gewartet werden müssen und jeweils eine Leistung von 1.400 Litern pro Sekunde haben, wurden gemeinsam von Mitarbeitern des städtischen Bauhofs und der Firma KSB ausgebaut und überprüft.

Das Regenüberlaufbecken übernimmt eine wichtige Aufgabe für den Hochwasserschutz in der Rehauer Innenstadt. Bei starken Niederschlägen speichert die Anlage zunächst große Wassermengen und schützt so vor Überschwemmungen. Steigt der Wasserstand weiter an, sorgen die beiden Pumpen dafür, dass das Wasser kontrolliert abgepumpt wird.
Für die Wartungsarbeiten mussten die Abdeckungen des Beckens entfernt und die Pumpen mit entsprechender Technik ausgehoben werden. Dabei zeigte sich erneut ein Problem, das die Mitarbeiter regelmäßig beschäftigt: Immer wieder gelangen Abfälle wie Feuchttücher, Hygieneartikel sowie Speisereste über die Kanalisation in die Anlage. Diese müssen aufwendig entfernt werden, da sie die Pumpen beeinträchtigen und im schlimmsten Fall zu Störungen führen können.
Feuchttücher gehören in den Hausmüll
In Toiletten entsorgte Feuchttücher und andere Hygieneartikel können die Kanalisation verstopfen und sich in den Abwasserpumpen verfangen. Der Grund: Feuchttücher bestehen in der Regel aus reißfesten Kunstfasermaterialien. Anders als Toilettenpapier werden sie durch die Einwirkung von Wasser nicht ausreichend zersetzt. Stattdessen bilden sich lange, verfilzte und zähe Stränge, die sich um Pumpenteile wickeln, die Anlagen stark belasten und letztlich sogar zum Stillstand bringen können.
Auch wenn Feuchttücher als „biologisch abbaubar“ oder „spülbar“ gekennzeichnet sind, gehören sie deshalb nicht in die Toilette. Gleiches gilt für andere Hygieneartikel, Wattestäbchen und sonstige feste Abfälle. Diese sind immer über den normalen Hausmüll zu entsorgen.
Essensreste locken Ratten in die Kanalisation
Auch Fettablagerungen, die häufig durch die Entsorgung von Essensresten oder Speisefetten über den Abfluss entstehen, bereiten Probleme. Sie verschmutzen die Anlage erheblich und müssen regelmäßig entfernt werden, um einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen.
Ein weiteres Problem ist, dass Essensreste, die über die Toilette entsorgt werden, direkt in die Kanalisation gelangen. Dort finden Ratten ein reichhaltiges und leicht zugängliches Nahrungsangebot. Das begünstigt ihre Vermehrung und erschwert die Bekämpfung der Rattenpopulation.
Zwar werden Giftköder für Ratten ausgelegt, sind in der Kanalisation jedoch ausreichend Essensreste vorhanden, werden diese von den Ratten häufig nicht angenommen, da das natürliche Nahrungsangebot für die Tiere wesentlich attraktiver ist. Eine nachhaltige Eindämmung der Rattenpopulation ist deshalb nur möglich, wenn alle Bürgerinnen und Bürger mithelfen und keine Essensreste über die Toilette entsorgen.

Speiseöle und Fette richtig entsorgen
Auch Speiseöle und Fette dürfen nicht über Toilette oder Abfluss entsorgt werden. Sie können sich in den Leitungen und Anlagen ablagern und zu erheblichen Verschmutzungen und Verstopfungen führen.
In Rehau gibt es eine einfache Möglichkeit, Speiseöle und -fette über das Pfandsystem von „Jeder Tropfen zählt“ bei der Firma Böhme GmbH Wertstofferfassung zu entsorgen. Für 2,00 Euro Pfand kann im Waagebüro in Neukühschwitz 33 zwischen 6:00 und 16:30 Uhr ein spezieller Sammelbehälter mit einem Fassungsvermögen von 1,2 Litern abgeholt werden. Ist der Behälter voll, kann er rund um die Uhr am Automaten in Neukühschwitz 33 kostenfrei gegen einen leeren Behälter getauscht werden.
Weitere Informationen zur Sammlung und Rückgabe von Speiseölen und -fetten gibt es unter www.jedertropfenzaehlt.de und www.entsorgen.de.
Bitte helfen Sie mit, unsere Abwasseranlagen zu schützen
Die Stadt Rehau bittet daher alle Bürgerinnen und Bürger, keine Feuchttücher, Hygieneartikel, Essensreste, Speiseöle, Fette oder sonstigen Müll über Toilette oder Abfluss zu entsorgen. Mit einem verantwortungsvollen Umgang können alle dazu beitragen, die Funktionsfähigkeit der Abwasseranlagen zu erhalten, kostspielige Störungen und Reinigungen zu vermeiden, die Rattenpopulation einzudämmen und den Hochwasserschutz für die Innenstadt langfristig zu sichern.
Daher gilt:
- Keine Feuchttücher, Hygieneartikel oder Wattestäbchen in die Toilette werfen.
- Feuchttücher und andere Hygieneartikel immer über den Hausmüll entsorgen.
- Essensreste gehören nicht in die Toilette oder den Abfluss.
- Auch andere nicht biologisch abbaubare Stoffe dürfen nicht über die Toilette entsorgt werden.
- Speiseöle und Fette nicht in Toilette oder Abfluss schütten, sondern über die vorgesehenen Entsorgungswege abgeben.
Mit einem verantwortungsvollen Umgang kann jeder einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt, zur Funktionsfähigkeit der städtischen Kanalisation und zum Hochwasserschutz leisten.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
